Waschzwang: Symptome (Teil 2)

Von Martin Niebuhr, Elke Atzpodien und PD Dr. Susanne Fricke


Nachdem du im ersten Teil dieser Serie erfahren hast, was Waschzwänge genau sind, erfährst du nun anhand von vielen Beispielen, aus welchen Bestandteilen ein Zwang genau besteht. Sei nicht verunsichert, wenn du dich in den folgenden Beispielen nicht wiederfindest. Waschzwänge können viele Formen haben und sind immer so kreativ wie ihr Träger.

Wie bei allen Formen der Zwangserkrankungen weisen auch Waschzwänge Zwangsgedanken und Zwangshandlungen auf. Zwangsgedanken sind aufdringliche Gedanken, Gefühle, Impulse und Zweifel, die eine ständige Anspannung verursachen. Zwangshandlungen sind wiederholte physische Handlungen, Grübeleien und Vermeidungen, die das Ziel haben, die Zwangsgedanken und Anspannung aufzulösen.

Wenn du deinen Waschzwang überwinden willst, musst du außerdem verstehen, wie er durch das Zusammenspiel aus Zwangsgedanken und Zwangshandlungen aufrechterhalten wird. Aus diesem Grund findest du am Ende dieses Artikels den Grund dafür, warum dir deine Rituale und Vermeidungen langfristig nicht geholfen haben und wie du deinen Zwang damit paradoxerweise immer weiter gestärkt hast.

Trigger und Zwangsgedanken bei Waschzwängen

Externe Trigger für Zwangsgedanken sind häufig ein direkter oder indirekter Kontakt mit gewissen Objekten, Personen und Orten, die als unrein, infektiös, schmutzig oder gefährlich wahrgenommen werden. Diese Trigger direkt zu berühren oder auch nur in ihre Nähe zu kommen oder einen möglichen Kontakt nicht mit hundertprozentiger Gewissheit ausschließen zu können, löst daher eine starke Anspannung und den Drang zum Waschen oder Putzen aus. Es kann auch reichen, ein bestimmtes Wort nur zu lesen, beispielsweise die Aufschrift „Asbest" als Aufschrift auf einem Lieferwagen, oder in einem Fernsehbeitrag aufzuschnappen, um ein quälendes Unbehagen und den Drang zu waschen zu bewirken.

Auch interne Trigger können bei Betroffenen von Waschzwängen Zwangsgedanken und eine enorme Anspannung bedingen. Das könnten plötzlich aus dem Nichts in den Kopf einschießende Worte, wie zum Beispiel „Krebs" oder „feucht", aber auch bildhafte Erinnerungen an bestimmte, als kontaminiert empfundene Menschen, Orte, Gegenstände oder an belastende Situationen sein.

Trigger bei Kontaktkontamination

Von Kontaktkontamination spricht man, wenn das Gefühl von Angst, Anspannung, Ungewissheit oder Ekel durch einen direkten oder indirekten körperlichen Kontakt mit einem Gegenstand, Ort oder einer Person ausgelöst wird, zum Beispiel beim Berühren einer Türklinke.

Beispiele für Trigger für Zwangsgedanken bei Kontaktkontamination sind:

  • Körperausscheidungen wie Fäkalien, Urin, Schweiß, Speichel, Erbrochenes, Blut, Sperma
  • Flecken und Farben, die an Blut, Sperma usw. erinnern
  • Eigene Körperteile (z.B. Intimbereich, After, Füße)
  • Bakterien, Viren (z.B. HIV, Corona), BSE, Parasiten (z.B. Fuchsbandwurm), Insekten
  • Tote oder lebendige Tiere, Tierhaare, Tierkot
  • Schimmel
  • Dreck, Schmutz, Staub, Abfälle
  • Toxische Substanzen (z.B. Asbest), Batterien, strahlende Abfälle
  • Putzmittel, Haushaltschemikalien, Haarfärbemittel, Pflanzendünger, Insektengift
  • Medikamente
  • Giftige Pflanzen
  • Lichtstrahlen (z.B. UV, Lichtschranken im Bus, Beamer), Röntgen- oder Laserstrahlen
  • Autoabgase oder andere giftige Gase (z.B. Radon), Zigarettenrauch
  • Fette oder klebrige Substanzen
  • Lebensmittel, die als „kontaminiert" oder „ungesund" angesehen werden oder in der Haltbarkeit abgelaufen sind
  • Arztpraxen, Krankenhäuser, Altersheime, Obdachlosenheime, Friedhöfe, Kirchen, Supermärkte, öffentliche Verkehrsmittel
  • Öffentlich geteilte Güter, wie Toiletten, Türen, Einkaufswagen, Fahrstuhl, Sitzbänke
  • Tastaturen, Handys, Telefonhörer
  • Bestimmte Menschen und Berufsgruppen, die als unrein, infektiös, schmutzig oder gefährlich wahrgenommen werden (z.B. Obdachlose oder Menschen mit einer Krankheit, Behinderung, Missbildung, Suchterkrankung, aber auch Ärzte, Krankenpfleger, Rettungssanitäter, Sozialarbeiter, Polizisten, Feuerwehr, Müllabfuhr, Bauarbeiter usw.)
  • Direkte oder indirekte Berührung von Menschen, die man als moralisch verdorben oder „falsch" erachtet

Trigger für Sekundär- und Tertiärquellen

Nicht selten ist der Auslöser für eine Kontaktkontamination nicht die eigentliche Substanz (Primärquelle), sondern andere Gegenstände oder Menschen, die mit der Primärquelle in Kontakt gekommen sind. Man spricht hier von Sekundär- oder Tertiärquellen der Kontamination. Das macht sie aber in der Zwangslogik des Waschzwangs nicht minder gefährlich, da sich die Kontamination bei Kontakten von einem auf den anderen Gegenstand, Menschen oder Orte nie verdünnt und sich auch über nicht rationale „Übertragungswege" und Assoziationsketten unendlich weit verbreiten kann. So kann sich eine Kontaminationsbefürchtung nach und nach auch auf Situationen, Menschen oder Gegenstände ausweiten, die dem ursprünglichen Auslöser ähnlich sind, nur in dessen Nähe befanden oder wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob eine tatsächliche Berührung stattgefunden hat.

Beispiele für Sekundär- oder Tertiärquellen:

  • Dinge und Orte, die von bestimmten anderen Menschen angefasst oder aufgesucht werden: wenn du beispielsweise Angst vor AIDS hast, dann könntest du bestimmte Supermärkte vermeiden, weil dort möglicherweise Ärzte und Krankenpfleger einkaufen.
  • Dinge und Menschen, die einen kontaminierten Gegenstand berührt hatten
  • Dinge und Menschen, die in der Nähe eines kontaminierten Gegenstandes waren
  • Dinge und Menschen, von denen du nur die Vermutung hast, dass sie einen kontaminierten Gegenstand berührt haben könnten
  • Dinge, die wie ein anderer kontaminierter Gegenstand aussehen bzw. an ihn erinnern
  • Dinge, die du dabeihattest, als dir etwas Unangenehmes geschehen ist oder als du mit bestimmten Menschen zusammen warst

Oft sind die Auslöser für eine Kontaktkontamination auch „Substanzen", die real nicht vorhanden sind, aber in der Zwangslogik durch einen direkten oder indirekten Kontakt übertragen werden. Falls du beispielsweise „Materie" fürchtest, die du mit dem Thema Krebs oder Tod assoziierst, vermeidest du womöglich bestimmte Menschen oder Gegenstände, die aus einem Krankenhaus, Altersheim, von einem Friedhof oder aus der Kirche kommen, weil da gestorben wird oder Beerdigungen stattfinden.

Trigger bei mentaler und emotionaler Kontamination

Von einer mentalen bzw. emotionalen Kontamination spricht man, wenn das Gefühl von Angst, Anspannung, Ungewissheit oder Ekel ohne einen direkten Kontakt entsteht - beispielsweise schon beim Anblick einer Person oder bei einer Erinnerung an einen Menschen, der eine Eigenschaft hat, die der Betroffene als abstoßend, unrein, infektiös, schmutzig oder gefährlich empfindet.

Beispiele für Zwangsgedanken durch emotionale oder mentale Kontamination sind:

  • Angst davor, durch das Reden über eine Person oder durch den Gedanken an einen Menschen, den man als moralisch verdorben oder „falsch" erachtet, selbst diesen verwerflichen Charakterzug annehmen zu können
  • Angst davor, beim Denken oder Reden über einen Kranken oder beim Ansehen eines Films über Krankheiten selbst eine bestimmte Krankheit zu bekommen oder dadurch jemand anderen krank machen zu können.
  • Angst davor, von dir selbst eine Spur auf Objekten oder Personen zu hinterlassen
  • Das Gefühl, von bestimmten eigenen Gedanken verseucht zu sein
  • Angst davor, sich mit bestimmten Worten, Zahlen oder Farben zu kontaminieren
  • Sich durch die Erinnerung an eine (z.B. tote oder kranke) Person kontaminiert fühlen
  • Sich durch den Anblick eines Autokennzeichens von einem Ort, an dem man Belastendes erlebt hat, kontaminiert fühlen
  • Sich durch Gedanken an böse Dinge oder den Teufel kontaminiert fühlen

Welche Befürchtungen haben Betroffene von Waschzwängen?

Auf den ersten Blick mag es für Außenstehende so aussehen, als würdest du dich in erster Linie vor den Dingen fürchten, die jeder sieht oder gut nachvollziehen kann - also beispielsweise Schmutz, Bakterien oder Giftstoffe. Wie bei allen anderen Zwängen stecken dahinter aber meist mehr oder weniger spezifische Befürchtungen, die du versuchst, um jeden Preis zu verhindern. Häufige Befürchtungen von Betroffenen von Waschzwängen sind:

  1. Ansteckungs- oder Kontaminationsbefürchtungen: dass du oder eine andere Person beispielsweise durch eine Infektion oder den Kontakt mit einer krebserregenden oder toxischen Substanz, aber auch durch den Kontakt mit bestimmten Menschen, an einer schlimmen Krankheit erkranken könntet. Dabei könnte die Kontamination auch schon in der Vergangenheit erfolgt sein.
  2. Die Angst, Schuld daran zu haben, dass man andere Menschen oder Tiere mit einer schlimmen Krankheit anstecken oder mit einer toxischen Substanz schädigen könnte.
  3. Die Befürchtung, dass das Gefühl der Angst, Anspannung, Ungewissheit, Unvollständigkeit, des „Nicht-genau-richtig-Erlebens" oder Ekels niemals aufhört.
  4. Die Befürchtung, dass man das „Gefühl" des „Kontaminiert-Seins" nicht tolerieren könnte.
  5. Die Befürchtung, durch die Kontamination bestimmter Orte oder Objekte durch eine spezifische Person dann für immer an diese Person denken zu müssen.

Bei anderen Betroffenen steht mehr der Ekel vor Kontamination im Vordergrund, ohne Ängste vor konkreten Krankheiten oder Giftstoffen. Sie empfinden vieles als eklig, „schmuddelig" oder „unhygienisch" und leiden darunter. Mit zusätzlichen Krankheitsängsten gehen ebenso oft diffuse Befürchtungen einher, z.B. dass man sich „was wegholen" könnten. Betroffene wissen, dass sie im Vergleich zu anderen „pingeliger" sind und wundern sich häufig, dass andere Menschen vieles nicht als so eklig wie sie einstufen.

Zwangshandlungen bei Waschzwängen

Zwangshandlungen können sich bei einem Waschzwang bei den einzelnen Betroffenen ganz unterschiedlich äußern: als offene, sichtbare Zwangshandlungen, oft gemischt mit verdeckten, mentalen Zwangshandlungen, zudem als Vermeidungen, Sicherheitsverhalten und Rückversicherungen. Häufig müssen sich vermutlich auch deine Angehörigen den „Zwangsregeln" beugen, sind in die Zwangshandlungen mit einbezogen oder führen sie sogar für dich aus.

Sichtbare Zwangshandlungen

Wenn du offene, also sichtbare Zwangshandlungen ausführst, dann können deine Mitmenschen sehen, dass du dir beispielsweise wiederholt und stundenlang, vielleicht in einer bestimmten, ritualisierten, fast automatisiert ablaufenden Reihenfolge, die Hände wäscht und duschst, bis du dich sauber fühlst oder schlichtweg vor Erschöpfung oder aus Zeitdruck damit aufhören musst.

Womöglich hast du einen extremen, sehr teuren Verbrauch an Desinfektions- und Reinigungsmitteln. Oft wäschst du unzählige Male sogar nicht waschbare Objekte, wie zum Beispiel Tapeten und Papiergeld, ab, musst kontaminiert erscheinende Gegenstände wegwerfen oder wechselst häufig deine Kleidung. Eventuell verbringst du ganze Nächte mit Internet (Google)-Recherchen über Krankheiten, Bakterien, Schadstoffe und wie du Kontaminationen oder Ansteckungen verhindern kannst - oder du versuchst, dich damit verzweifelt selbst zu vergewissern, dass du dich nicht doch bereits irgendwo kontaminiert hast.

Vielleicht fühlst du dich auch durch eine magische Denkweise dazu gedrängt, dich selbst oder gewisse Dinge zu einer ganz bestimmten Zeit auf eine ritualisierte Weise eine gute Zahl von Malen zu reinigen, um beispielsweise Unheil bringende Gedanken wegzuwaschen.

Beispiele für sichtbare Zwangshandlungen:

  • Exzessives, oft ritualisiert und automatisiert erfolgendes Händewaschen und Duschen
  • Bestimmte Körperteile übermäßig säubern, auch mit drastischen Methoden, beispielsweise Bürsten und Desinfektionsmitteln (z.B. Genitalien, After, Gesicht, Mundhöhle, Füße)
  • Exzessives Zähneputzen
  • Massiver Verbrauch von Wundpflastern
  • Exzessive Verwendung von Desinfektionsmitteln: sich selbst oder Gegenstände desinfizieren, andere Personen desinfizieren oder bitten, sich zu desinfizieren
  • Exzessives Reinigen von Gegenständen und der eigenen Umgebung - besonders auch nicht waschbarer Objekte, wie zum Beispiel Tapeten und Papiergeld
  • Ständiges Wechseln und Waschen von Kleidung, beispielsweise Ausziehen der „Draußen"-Kleidung vor dem Betreten der Wohnung im als „Schleuse" zwischen kontaminiertem Außenbereich und saubereren Innenbereich dienenden Türrahmen
  • Reinigung von Gegenständen, bevor sie in die Wohnung dürfen
  • Wegwerfen oder Aussortieren von kontaminierten Objekten - da diese oftmals nicht mehr berührt werden können, oft auch jahrelange Lagerung in einem speziellen, nicht anderweitig benutzbaren, „kontaminierten" Raum
  • Durchsetzen von Kleiderwechsel- und Reinigungsregeln für Personen, die in die Wohnung kommen
  • Stundenlange Internet (Google)-Recherchen über Krankheitserreger, Krankheiten, Giftstoffe, Wirksamkeit von Reinigungsmitteln, um entlastendes Informationsmaterial zu finden

Vermeidungen

Da die o.g. Zwangshandlungen sehr anstrengend sind, vermeidest du vielleicht auch von vorneherein kontaminiert erscheinende Gegenstände, Orte, Situationen, bestimmte Menschen oder große Menschenmengen, was dich schmerzt und beschämt. Eventuell lässt du den Müll in deiner Wohnung stehen, weil du befürchtest, dich zu kontaminieren, wenn du ihn zum Entsorgen anfassen musst. Vielleicht vermeidest du alles mit undefinierbaren roten Flecken, da du nicht sicher weißt, ob es Blut sein könnte. Oder du vermeidest sogar Orte, die selbst gar keine Primärquellen, sondern nur Sekundär- oder Tertiärquellen der Kontamination sind: wenn du beispielsweise Angst vor AIDS und HIV-infiziertem Blut hast, dann könntest du bestimmte Supermärkte vermeiden, weil dort möglicherweise Ärzte und Krankenpfleger einkaufen.

Beispiele für Vermeidungen:

  • Gegenstände, die als kontaminiert eingestuft werden (z.B. Müll, Geld, Lebensmittel), öffentlich sind (z.B. Telefone, Türklinken, Toiletten) oder eine bestimmte Farbe oder Flecken haben, die an Kontamination erinnert
  • Flecken mit einer bestimmten Farbe oder Form (z.B. rote bzw. beige Flecken, die an Blut oder Sperma erinnern)
  • Orte, die als kontaminiert eingestuft werden (z.B. Krankenhäuser, Restaurants, öffentliche Verkehrsmittel, Kinos, Supermärkte, Kirchen, Friedhöfe), an etwas Belastendes erinnern, öffentlich sind oder auch nur von Menschen aufgesucht werden, die als kontaminiert angesehen werden (z.B. Ärzte und Krankenschwestern bei HIV-Ängsten, Bauarbeiter bei Furcht vor Asbest)
  • Umwege laufen, um kontaminierte Orte, Situationen oder Menschen zu vermeiden (z.B. nicht durch die kurze Fußgängerunterführung laufen, da sich dort oft Erbrochenes, Urin oder Spritzen befinden
  • Zeitlich vermeiden, um bestimmte, als kontaminiert eingestufte Menschen nicht anzutreffen oder Aktivitäten, die Kontaminationsbefürchtungen auslösen, nicht machen zu müssen
  • Menschen, die als kontaminiert eingestuft werden, bestimmte unliebsame Eigenschaften haben oder an etwas Belastendes erinnern
  • Kontakte und Berührungen mit den eigenen Angehörigen und sogar mit den eigenen Kindern vermeiden, um diese nicht zu kontaminieren, wenn der Betroffene „sich selbst als Kontaminationsquelle fühlt"
  • Mit vor dem Körper verschränkten Armen und in gebückter Haltung herumlaufen, um sich „klein" zu machen und zu verhindern, dass die eigenen Arme nicht zufällig und unwillentlich „ausschlagen" und dann durch Kontakt mit Gegenständen (z.B. Türrahmen) kontaminiert werden
  • Bestimmte Lebensmittel, die kontaminiert sein können, vor kurzem in ihrer Haltbarkeit abgelaufen sind, nicht gesund sind, eine bestimmte Farbe haben
  • Bestimmte Situationen, bei denen die Gefahr der Kontamination besteht, beispielsweise Feiern mit vielen Menschen, Gottesdienste in Kirchen, Beerdigungen, Krankenbesuche
  • Bestimmte Aktivitäten im Haushalt (z.B. Wäschewaschen, Müll entsorgen) und Beruf (z.B. Arbeiten mit Blut oder bestimmten Menschen bei Furcht vor HIV), um Kontamination zu vermeiden
  • Nicht waschbare Kleidung oder weite Kleider, die überall anstoßen könnten, nicht mehr tragen
  • In der eigenen Wohnung separate Toiletten, Duschen, Händehandtücher benutzen, um eine Kontamination durch die Angehörigen oder der Familienmitglieder zu verhindern
  • Türen nur mit den Füßen, dem Ellenbogen oder den Fingerspitzen aufstoßen, um sie nicht mit den Händen berühren zu müssen
  • Beim Toilettengang mit einer Hand „saubere" und mit der anderen Hand „kontaminierte" Tätigkeiten verrichten
  • Fingerfood, was an einer Seite mit den Fingern angefasst werden muss (z.B. Salzstangen, Schokoriegel, Kaugummi) nur zur Hälfte essen und die andere, durch das Anfassen kontaminierte Hälfte wegwerfen
  • Nichts mehr essen oder trinken, wenn sich das eigene Gesicht oder die Hände kontaminiert anfühlen

Sicherheitsverhalten

Falls du es nicht völlig vermeiden kannst, bestimmte Gegenstände zu berühren, dann hilfst du dir möglicherweise damit, als Sicherheitsverhalten Hilfsmittel oder Barrieren zu verwenden. Vielleicht benutzt du also Papiertücher oder Kugelschreiber, um Lichtschalter und Tastaturen zu betätigen. Eventuell trägst du Gummihandschuhe oder ziehst den Ärmel deines Pullovers über die Hand, um eine Türklinke zu betätigen.

Beispiele für Sicherheitsverhalten:

  • Verwenden von Einweghandschuhen, um bestimmte Dinge oder sich selbst anzufassen (z.B. die schmutzige Wäsche nur mit Gummihandschuhen in die Waschmaschine füllen)
  • Verwendung von Papiertüchern oder anderen Hilfsmitteln, um bestimmte Dinge anzufassen oder Aktivitäten zu verrichten (z.B. den Verschluss von Trinkflaschen nur mit einem Papiertaschentuch als Barriere öffnen, das frische Besteck nur mit Hilfe einer frischen Gabel aus der Spülmaschine holen)
  • Pulloverärmel oder andere Hilfsmittel als Barrieren zum Öffnen von Türen benutzen
  • Lichtschalter nur mit Hilfsmitteln (z.B. mit Stiften) betätigen
  • Die Wohnung nur mit Desinfektionsmittel, Handy, Wasserflasche usw. verlassen
  • Als „sauber" eingestufte Gegenstände (z.B. die Handtasche) nur in Umverpackung (z.B. in einer extra Stofftasche) mit aus der Wohnung nehmen
  • Auf öffentlichen Toiletten nur eigene Papiertaschentücher als Toilettenpapier verwenden

Versteckte Mini-Rituale

Ein Trick des Zwangs ist, dass die sichtbaren Zwangshandlungen nicht immer einfach erkennbar, langwierig und ritualisiert sein müssen. Sie können auch versteckt und subtil als Mini-Rituale erfolgen: kurz, diskret und nicht wiederholend, so dass du sie eventuell erst im Laufe der Verhaltenstherapie oder wenn du achtsamer in Bezug auf deine Verhaltensweisen geworden bist als Zwangshandlungen einordnen kannst. Obwohl sie harmlos wirken, dienen auch sie dazu, dir das Gefühl der Sicherheit, Gewissheit und Kontrolle zu vermitteln.

Beispiele für versteckte Mini-Rituale:

  • Nach dem Berühren eines als kontaminiert empfundenen Gegenstandes die Hände kurz an der Kleidung abstreifen, kurz abschütteln oder mit den Händen schnell ein Papiertaschentuch „kneten"
  • Beim Händewaschen immer kurz auch unter den Nägeln kratzen, um „Kontamination loszuwerden" und dich zu beruhigen
  • Kurz die Luft anhalten, wenn du an „giftigem" Zigarettenrauch vorbeiläufst
  • Kurz die Augen schließen, wenn du dich beispielsweise vor dem Licht des Beamers oder beim Einsteigen in den Bus vor dem Lichtstrahl der Lichtschranke fürchtest
  • Beim Betreten eines Sitzungszimmers kurz mit den Schuhsohlen diskrete, drehende Bewegungen auf dem Teppich machen, um etwaige Kontamination (z.B. Spucke, Asbest, Fuchsbandwurm) zu entfernen

Mentale Zwangshandlungen / zwanghaftes Grübeln

Ebenso belastend wie deine sichtbaren Zwangshandlungen, die du aus Scham oft vor anderen zu verbergen versuchst, sind für dich auch die stundenlang in deinem Kopf ablaufenden, verdeckten, mentalen Zwangshandlungen. Womöglich verbringst du viel Zeit damit, dir zum Beispiel immer wieder Listen im Kopf zu machen, wer welchen Gegenstand berührt und dadurch kontaminiert hat, was sauber und was kontaminiert ist und was du in welcher Reihenfolge anfassen darfst oder später noch durch stundenlange Reinigungsrituale entseuchen musst.

Oder du versucht, dir immerzu gute Gegenbilder in den Geist zu rufen, um deine aufdringlichen, schrecklichen Bilder im Kopf, zum Beispiel von deiner sterbenden Familie, zu neutralisieren. Eventuell sprichst du im Kopf auch stille Gebete zu Gott, damit er Unreinheit aus deinem Leben entfernt oder versicherst dir im Geiste „Ich bin sauber", um dich nicht mehr kontaminiert zu fühlen. Das alles wird von deinen Mitmenschen kaum oder gar nicht bemerkt. So kann es sein, dass deine Kontaminationsbefürchtungen und dein Leiden lange unerkannt bleiben und dir daher keiner Hilfe anbieten kann. Allerhöchstens könnte deinen Mitmenschen auffallen, wenn du dadurch abwesend, abgelenkt oder häufig „wie in deinem Kopf zu sein" wirkst.

Beispiele für mentale Zwangsrituale:

  • Ständiges, wachsames „Scannen" der Umgebung auf Kontaminationsquellen und wie diese vermieden werden können (Hypervigilanz)
  • Erstellen von Listen im Kopf und Planen von Reinigungsritualen: du versuchst möglicherweise mental zu kontrollieren, welche Gegenstände kontaminiert oder sauber sind und zu planen, was du in welcher Reihenfolge anfassen darfst oder später noch reinigen musst.
  • Gedanken oder Bilder im Kopf durch positive Gedanken ersetzen, um sie zu verdrängen und zu vermeiden: eventuell rufst du dir gute Gegenbilder in den Geist, um deine aufdringlichen, schrecklichen Bilder im Kopf zu neutralisieren.
  • Sich ablenken: beispielsweise Lieder im Kopf singen, um nicht an die Kontaminationsbefürchtungen denken zu müssen
  • Dinge im Kopf wiederholen und gedankliche Rekonstruktion: möglicherweise versuchst du, dich stundenlang daran zu erinnern, wie nahe du an einer als kontaminiert eingestuften Mülltonne vorbeigelaufen bist und ob du sie berührt haben könntest
  • Sich selbst im Kopf Rückversicherungen geben: beispielswese sich im Geiste wiederholt sagen: „Ich bin sauber!", oder „Andere Menschen finden das nicht kontaminiert!"
  • Still beten im Kopf, damit Unreinheit aus deinem Leben entfernt wird und durch eine Kontamination nichts Schlimmes passiert oder in der Vergangenheit passiert ist
  • Stundenlanges Grübeln: Du bist permanent in deinem Kopf und in deinen Gedanken verfangen, um scheinbar Probleme zu lösen. Dieses ist allerdings in Hinblick auf das Finden von Lösungen nicht zielführend, obwohl es dir das Gefühl geben könnte, an deinen Problemen zu arbeiten und dir somit eventuell kurzfristig etwas Erleichterung verschafft.
  • Zählen im Kopf
  • Sich selbst Genuss entziehen, um sich selbst zu „bestrafen" und somit Anspannung zu reduzieren

Rückversicherungen

Häufig fragen Menschen mit Kontaminationsbefürchtungen bei ihren Mitmenschen fortwährend nach Rückversicherung - oft mehrfach hintereinander zu einem einzigen Thema. Vielleicht kennst du es auch, deine Angehörigen wiederholt direkt auszufragen, wo sie beispielsweise bestimmte Gebrauchsgegenstände eingekauft haben, wohin sie diese der Reihe nach überall hingelegt hatten, wer vor ihnen an der Kasse stand, ob die Kassiererin Pflaster an den Fingern oder sich die Nase geputzt hatte usw.

Deine Vergewisserungsfragen könnten aber auch ganz subtil in Form von fast beiläufig erscheinenden Bemerkungen, zum Beispiel „Die offene Stelle an meiner Hand heilt gut ab, da kann sich nichts mehr infizieren!", von dir kommen - und dann beobachtest du genau, wie deine Mitmenschen darauf reagieren. Eventuell suchst du auch mittels deiner Posts in Online-Foren bei Fremden nach Rückversicherung oder du gibst dir selbst im Geiste Rückversicherungen.

Beispiele für Rückversicherung

  • Andere Menschen wiederholt nach Kontaminationsquellen, Krankheiten, Krankheitserregern, Sauberkeitsstandards und Verschmutzung fragen
  • Den Partner wiederholt um Rückversicherung bitten (z.B. „Glaubst du wirklich, diese Türklinke ist sauber?")
  • Mittels Posts in Online-Foren bei Fremden nach Rückversicherung suchen
  • Subtile, beiläufig erscheinende Bemerkungen vor andere machen und dann beobachten, ob andere Menschen besorgt oder entspannt darauf reagieren (z.B. „Die Dachziegel scheinen aus der Zeit zu stammen, bevor mit Asbest gebaut wurde.")
  • Sich subtil Rückversicherung einholen, indem man beispielsweise den Arzt genau beobachtet, ob er besorgt aussieht, weil er eventuell eine schlimmen Krankheitsbefund erhoben hat, den er nicht ausspricht
  • Stundenlange Recherche im Internet, z.B. ob etwas gefährlich ist, wie lange sich Viren auf etwas halten, bevor sie absterben usw.
  • Selbstvergewisserungen, z.B. lange auf potenzielle Kontaminationsquellen „starren", um sich zu vergewissern, was diese „ganz genau" sein könnten und ob man diese Quellen berührt haben könnte oder sich selbst laut oder im Kopf beruhigend zureden oder gedanklich rekonstruieren, ob man beispielsweise einen kontaminiert erscheinenden Gegenstand berührt haben könnte

Einbezug von Angehörigen

Besonders wenn ihr im gleichen Haushalt lebt, sind vermutlich auch deine Angehörigen in die Zwangshandlungen mit einbezogen oder führen sie sogar ganz für dich aus. Eventuell sind deine Kontaminationsbefürchtungen so groß, dass du dich nicht nur gedrängt fühlst, von deinen Angehörigen durch Nachfragen ständig Rückversicherungen einzuholen, sondern sie zudem auch regelrecht kontrollierst und detaillierte Berichte über ihre Aktivitäten erwartest: zum Beispiel, wo sie überall gewesen sind, welche Menschen sie wo getroffen haben und ob oder wie sie sich die Hände gewaschen haben.

Beispiele, wie deine Angehörigen in die Zwangsrituale mit einbezogen werden

  • Von Angehörigen verlangen, dass sie ihre „Draußen"-Kleider vor dem Betreten der Wohnung ausziehen und wechseln
  • Partner und Kinder müssen selbst oftmals die gleichen Wasch-, Dusch- und Reinigungsrituale wie der Betroffene ausführen
  • Abwischen und Desinfizieren von Gegenständen für den Betroffenen, z.B. von Einkäufen, die von draußen in die Wohnung gebracht werden sollen
  • Für das zwangsbetroffene Familienmitglied die Wäsche vermehrt, gesondert oder nach gewissen vorgeschriebenen Abläufen waschen
  • Übernahme aller möglichen Tätigkeiten in und außerhalb der Wohnung, die der Betroffene selbst nicht mehr ausführen kann bzw. vermeidet, z.B. den Müll aus der Wohnung in die Mülltonne bringen
  • Zubereitung des Essens auf besondere Weise
  • Einkaufen bestimmter Reinigungs- und Desinfektionsmittel für den Betroffenen - oft in einem speziellen, noch nicht als kontaminiert eingestuften, „erlaubten" Geschäft
  • Bereitstellung von Geld für die Beschaffung der Reinigungsmittel und von Ersatz für weggeworfene Gegenstände
  • Entfernen und Wegwerfen zahlreicher, vom Betroffenen als kontaminiert eingestufter Gegenstände, die er aber nicht mehr anfassen kann
  • Dem Betroffenen Zeit für seine langwierigen Zwangsrituale geben, z.B. stundenlang darauf warten, dass das Badezimmer frei wird
  • Mit dem Betroffenen zusammen oder auf Verlangen des Betroffenen umständliche Umwege laufen
  • Dem Betroffenen ständig Rückversicherungen geben
  • Für den Betroffenen nach außen Entschuldigungen machen, wenn Termine oder Verabredungen des Betroffenen oder der Angehörigen nicht eingehalten werden können
  • Selbst nicht mehr ausgehen, weil der Betroffene Kontamination befürchtet und nicht allein zu Hause bleiben kann

Besonderheiten bei Kontaminationsbefürchtungen und Waschzwängen

Waschzwänge sind ein Subtyp der Zwangsstörung - jedoch gibt es einige Besonderheiten, die besonders charakteristisch für Waschzwänge sind:

  1. Die zwangsauslösende Substanz kann sich scheinbar unendlich weit verbreiten.
  2. Spezielle „Übertragungswege" & Assoziationsketten
  3. Es erfolgt keine Verdünnung. Auch in endloser Verdünnung verlieren die zwangsauslösenden Substanzen nicht ihre Gefahr oder Ekel auslösende Wirkung. Manche Betroffene sprechen auch von Kontaminationsketten.
  4. Die Kontamination oder Verseuchung kann auch durch „Materie" erfolgen.
  5. Handlungsdurchgänge sind oft automatisiert. Stopp-Kriterien und das Gefühl für eine abgeschlossene Handlung im Gehirn fehlen. Das hat auch damit zu tun, dass man Kontamination nicht mit den Sinnesorganen wahrnehmen kann.
  6. Bewegungen sind oft in Einzelsegmente zerstückelt, nicht flüssig und weichen von einem normalen Ablauf ab.
  7. Unvollständigkeitsgefühl - dadurch hast du möglicherweise ein künstliches Handlungsbeendigungskriterium entwickelt.
  8. Zwangsrituale können aufgeschoben werden: du hast Listen im Kopf, was du später alles noch reinigen, wegwerfen usw. musst.

Wie Zwangshandlungen deinen Waschzwang am Leben halten

Wahrscheinlich hast du bereits die Erfahrung gemacht, dass dir die oben genannten Zwangshandlungen vielleicht kurzfristig Beruhigung verschafft haben, aber gleichzeitig dazu geführt haben, dass deine Zwangsstörung langfristig immer stärker wurde.

Eine wichtige Erkenntnis, um Zwangsstörungen zu überwinden, ist, dass gerade diese kurzfristige Beruhigung das Ausführen von Zwangshandlungen für dich so unwiderstehlich macht. Psychologen sprechen hier von der sogenannten „negativen Verstärkung": Ein Verhalten wird dann wahrscheinlicher, wenn dadurch ein unangenehmer Reiz entfernt wird. Also z.B. „Wie gut, dass ich mir die Hände gewaschen habe, sonst hätte ich krank werden können." Dieser Zusammenhang konnte in vielen Experimenten wiederholt bewiesen werden.

Generell hat der Mechanismus der negativen Verstärkung aus evolutionären Gründen seine gute Berechtigung. Es sichert unser Überleben und bringt uns dazu, uns aus gefährlichen Situationen zu entfernen. Stehen wir beispielsweise vor einem gefährlichen Abgrund, empfinden wir ein unangenehmes Gefühl der Angst und des Unwohlseins. Entfernen wir uns wieder von dem Abgrund, werden wir durch ein Nachlassen dieses Gefühls „belohnt". Durch diesen Effekt setzt eine Konditionierung ein, die uns auch in Zukunft bei steilen Abgründen schnell das Weite suchen und uns nicht in die Tiefe stürzen lässt.

Diese negative Verstärkung trifft man nicht nur bei Zwangsstörungen, sondern auch bei Phobien an. Jemand mit einer Hundephobie wechselt beispielsweise immer wieder die Straßenseite und vermeidet damit den angstauslösenden Kontakt mit dem Hund („Wie gut, dass ich ausgewichen bin, sonst hätte er mich vielleicht gebissen"). Es folgt eine kurzfristige Beruhigung, aber gleichzeitig kann man nicht die Erfahrung machen, dass der Hund auch sonst nicht gebissen hätte. Durch die Wiederholung dieses Verhaltens wird die Phobie jedoch aufrechterhalten und verstärkt.

Vielleicht erkennst du bereits die Parallele zu den Zwängen: Deine phobische Reaktion auf Kontamination in Form von Zwangshandlungen und Vermeidungen führt zwar zu einer kurzen Erleichterung, verstärkt jedoch deinen Zwangsverhalten und hindert dich daran, zu „normalem" Verhalten zurückzukehren. Das ist auch der Grund, weswegen dein Waschzwang trotz aller Mühe und Anstrengung nicht einfach so verschwindet. Je stärker du den Zwang mit deinen bisherigen Methoden bekämpfst, desto stärker verfestigt er sich. Deine Zwangsstörung ist - wenn man so will - ein übertriebener Ausdruck eines Mechanismus, der sonst dein Überleben sichert.

Wir wissen auch, dass der Mechanismus der negativen Verstärkung in einer Vielzahl von Lebewesen verankert ist - auch in solchen Lebewesen, die kein komplexes Bewusstsein wie wir Menschen haben. Dieser Mechanismus läuft also in den „älteren" Gehirnarealen ab, die für den rationalen, bewussten Teil unseres menschlichen Gehirns gar nicht zugänglich sind. Dies ist einer der Gründe, weswegen deine Ängste dir selbst (also deinem bewussten Denken) irrational und übertrieben erscheinen und du das Gefühl hast, bei klarem Verstand, verrückt zu werden.

Ausblick

Wie du festgestellt hast, hat dir dein bisheriger Umgang mit deinem Waschzwang nicht nur keine Linderung verschafft, sondern ihn erst recht verstärkt. Es gilt also, einen anderen Umgang mit deinem Waschzwang zu entwickeln. Dabei gibt es nicht den einen geheimen Tipp, der dich automatisch von deinem Leid befreit. Wenn es den gäbe, dann wären Zwänge für die ca. 2-3 Millionen Betroffenen im deutschsprachigen Raum kein Problem und sehr einfach zu therapieren.

Im nächsten Teil nächsten Teil dieser Artikel-Serie über Waschzwänge wirst du daher mehr über einen neuen Umgang mit deinem Waschzwang erfahren, dem du vielleicht erstmal skeptisch gegenüberstehen wirst. Dieser neue Umgang basiert auf der kognitiven Verhaltenstherapie einschließlich Exposition und Reaktionsverhinderung - der einzigen psychotherapeutischen Intervention mit wissenschaftlich belegter Wirksamkeit bei der Behandlung von Zwängen.

Klicke HIER , um "Waschzwang: Ein Ratgeber für Betroffene (Teil 1)" zu lesen.

Klicke HIER , um "Waschzwang: Therapie (Teil 3)" zu lesen.
Über die Autoren
Martin Niebuhr

Martin hat OCD Land gegründet, damit sich Betroffene einer Zwangsstörung endlich auch im Internet über effektive und wissenschaftlich fundierte Behandlungsverfahren informieren und auszutauschen können. Er ist Entwickler der OCD Land-App, Host des Zwanglos-Podcasts, Autor auf dem OCD Land-Blog und Moderator des Community-Forums.

Elke Atzpodien

Elke Atzpodien ist Wissenschaftlerin in Basel und seit 2019 auch EX-IN (Peer)-Genesungsbegleiterin im Zentrum für Psychosomatik und Psychotherapie, Abteilung Verhaltenstherapie-stationär, Universitäre Psychiatrische Kliniken (UPK) Basel. Bis zum Beginn ihrer Verhaltenstherapie mit Exposition und Reaktionsmanagement im Sommer 2016 war sie selbst von einer langjährigen, zunehmend lebenseinschränkenden Zwangserkrankung betroffen. Als Peer an den UPK begleitet sie nun vor allem Menschen mit einer Zwangsstörung während deren Aufenthalts in der Klinik.

PD Dr. Susanne Fricke

PD Dr. Susanne Fricke ist psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis und in der Aus- und Weiterbildung als Dozentin und Supervisorin tätig. Vor ihrer Niederlassung hat sie als leitende Psychologin in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf gearbeitet (Schwerpunkt: Angst- und Zwangsstörungen). Sie ist Autorin und Mitautorin vieler Fach- und Selbsthilfebücher, z.B. Zwangsstörungen verstehen und bewältigen*.