Zwang und Scham


„Such a shame" sang die Pop-Band Talk Talk in den 80er Jahren. Auch „It's my life" sangen sie und ebenfalls Bon Jovi sang dies. Was möchten wir? Uns wegen unserer Zwänge schämen oder diese behandeln und unser Leben genießen? Ich habe mich gegen das Schämen wegen meiner Zwänge und für mein Leben ohne diese lästigen Quälgeister entschieden!

Jahrelang hatte ich aus lauter Angst davor, dass jemand meine Zwangserkrankung entdecken könne, gelogen und war äußerst erfindungsreich, um Rückversicherungen zu erhalten. Dabei wirkte ich sicher des Öfteren komisch, nur dass mein Umfeld mein Verhalten nicht zuordnen konnte.

Aus Scham hatte ich besonders intensiv große Angst vor Entdeckung der Erkrankung, besonders von zwei Kollegen. Wenn diese heute sticheln und lästern würden nach dem Motto „Hi Hi - Du hast Zwänge", würde ich heute antworten „Und?!" und mich mit hoch erhobenem Hauptes umdrehen und gehen.

Die Zeiten, in denen ich mich für meine Zwänge „kaputt geschämt" habe, sind definitiv vorbei. Es handelt sich um eine Krankheit und keinen Spleen oder eine Marotte, wofür sich niemand schämen oder rechtfertigen muss. Allerdings habe ich erlebt, dass ein „Outen" sehr hilfreich sein kann und Verständnis des Umfelds bringen kann.

Dies wurde mir immer deutlicher, umso geringer die Zwänge wurden. Es lohnt, sich sein Leben zurück zu kämpfen.

Meine beste Freundin würde jetzt sagen: „Tschaka - Du schaffst das!"

Alles Gute beim Kämpfen!

Katja Ungermanns, Jahrgang 1971, Mönchengladbach

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