Wie sich ROCD bei mir auswirkt und was mir geholfen hat


Ich bin Amina, 23 Jahre alt, und leide seit 2019 an Zwangsgedanken gegen die Beziehung (ROCD). Angefangen hat es kurz nachdem mein Freund und ich nach einer kurzen Trennung seinerseits wieder zusammengekommen sind. Ich habe Gedanken bekommen, die sehr aufdringlich, wiederkehrend und im Wechsel ständig da waren.

Meine Gedanken waren: Ich liebe ihn nicht mehr. Ich bin nur mit ihm zusammen, weil ich alleine nicht leben kann. Ich fühle nichts mehr für ihn. Was ist, wenn ich nur noch freundschaftliche Gefühle für ihn habe. Ich finde ihn nicht mehr so attraktiv. Mich stören nur noch Sachen an ihm.

Durch diese Gedanken hatte ich wochenlang eine Panikattacke nach der anderen und konnte ohne Pimpaperon (Beruhigungstabletten) nicht mehr normal leben. Irgendwann wurde es so schlimm, dass ich mich entschloss, acht Wochen stationär in die Psychosomatik zu gehen. (Da ich vorher schon unter Depressionen litt war ich in ambulanter Behandlung, was mir zu dem Zeitpunkt leider nichts mehr gebracht hat.)

Der Schritt, stationär zu gehen, war das beste was ich tun konnte. Ich habe gelernt, wie ich mit meinen Gedanken umgehen muss und woher sie kommen. Außerdem hat es gut getan, mich mit anderen auszutauschen, auch wenn sie nicht dieselbe Erkrankung hatten.

Was mir auch sehr geholfen hat, waren die Gespräche mit meinem Freund. Er hat mir immer zugehört und mich immer unterstützt.

Außerdem habe ich mir Bücher geholt (z.B. Tyrannen in meinem Kopf), die ich gelesen und somit die Welt der Zwangsgedanken besser verstanden habe.

Natürlich bin ich nicht geheilt aus der Klinik gekommen und auch nach der Klinik hatte ich Rückfälle. Aber durch die Tipps (versuchen, die Gefühle und Gedanken anzunehmen; nicht zu viel in die Gedanken und Gefühle hineininterpretieren und sich nicht ständig absichern) und dadurch, dass ich weiterhin in ambulanter Therapie bin, wurde es immer besser. Diese Tipps muss man lange üben und auch nach knapp zwei Jahren beherrsche ich sie nicht perfekt.

Aber meine Gedanken und Gefühle sind weniger aufdringlich und weniger lang geworden. Ich komme mit meiner Erkrankung jetzt viel besser zurechnet.

Das Wichtigste ist, dass man etwas gegen seinen Erkrankungen machen möchte und man am Ball bleibt.

Amina, 23 Jahre

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